Am 18 Dezember: Wachstumsspekulationsgesetz

6. Dezember 2009, 12:54:08

Endlich ist es soweit, der gefräßige und verschwenderische Staat gibt einen Teil seiner Diebesbeute wieder an die fleißigen und konsumhungrigen Bürger zurück. Zu den in den Konjunkturpaketen I und II teils freiwilligen, teils vom Bundesverfassungsgericht erzwungenen strukturellen Mindereinnahmen von jährlich rund 25 Mrd. Euro (u.a. Entfernungspauschale, Steuerabzug bei Vorsorgeaufwendungen, Absenkung der Einkommensteuer, Beitragssatzsenkung GKV und Abzugsfähigkeit von Handwerkerleistungen) kommen jetzt noch einmal 8,5 Mrd. Euro pro Jahr hinzu. Das so genannte Wachstumsbeschleunigungsgesetz bildet damit gewissermaßen die Sahnehaube der krisenbedingten fiskalischen Entschlackungstorte. Wenn alles gut geht, erleichtert sich der Staat in diesem Jahr strukturell um 33. Mrd. Euro (ca. 11 Prozent des Bundeshaushalts). Die automatischen Stabilisatoren gibt’s kurzfristig noch on top: Ein Traum in Schwarz-Rot und vor allem Gelb, eine fast hayek’sche Interpretationsart des deficit spendings! (Weiterlesen »)

Professor Fitzenberger im Gespräch über Motivation, bedingte Wahrscheinlichkeiten und Wege aus der Massenarbeitslosigkeit – 1. Teil

30. März 2009, 17:47:53

ZG: Herr Fitzenberger, sie sind einer der ausgewiesensten Arbeitsmarktökonomen in Deutschland. Lassen sie uns zunächst eine grundsätzliche Frage stellen. Warum arbeiten Sie?

Fitzenberger: Das ist nicht schwer zu beantworten. Ich interessiere mich für die Themen, mit denen ich mich beschäftige. Bereits als Abiturient habe ich mir das Berufsziel gesteckt, den Arbeitsmarkt in Deutschland zu verstehen und zu wissen, wie man Arbeitslosigkeit bekämpfen kann. Deshalb habe ich VWL studiert. Und da Ich meinen komparativen Vorteil in Mathematik und Statistik sah, habe ich mich dabei so quantitativ wie möglich ausgerichtet. Für mich ist es eine Berufung. Ich kann mir keinen schöneren Job vorstellen.
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Der pendelnde Politiker

4. Mai 2008, 16:56:34

Von Benjamin Rosenzweig (Universität Bonn)

Nach §9 des Einkommensteuergesetzes sind Werbungskosten von den Einkünften abzuziehen. Eines der beliebtesten Elemente des Werbungskostenkataloges waren stets die Kosten der Arbeitsan- und Rückfahrt. Für die Unterstützung des pendelnden Teils der arbeitenden Bevölkerung nahm die Gesellschaft jährlich immerhin einige Milliarden Euro in die Hand. Aufgrund der desolaten öffentlichen Haushaltslage zwischen 2001 und 2005 hatte man sich dazu durchgerungen die Abzugsfähigkeit einzugrenzen. Seit 2007 gibt es nur noch ab dem 21. Kilometer eine Kompensation von 30 Cent pro Kilometer – die „Subventionsgegener“ und Konsolidierer hatten einen Etappensieg errungen, was den öffentlichen Haushalten jährlich rund 2,5 Mrd.€ zusätzliche Einnahmen beschert. Doch schon nach einem Jahr begehren ranghohe Politiker zurück, was erst kürzlich abgeschafft wurde.
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Kein Anschluss unter dieser Nummer…

28. März 2008, 17:51:00

von Johannes Vatter

Seit knapp 20 Jahren feiert die Ökonomie ihren großen Siegeszug in Politik und Lebenswelt. Nun droht der Markt endgültig seinen Glanz und die Wirtschaftswissenschaft ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren. Soll der Draht zwischen Ökonomen und Gesellschaft weiterbestehen, müssen neue Strategien entwickelt werden. (Weiterlesen »)

Ein Gedankenexperiment zum Mindestlohn…

29. Februar 2008, 19:32:09

Von Volker Lindenthal

Heiß diskutiert auf der Straße und am Stammtisch, nun auch endlich eingefangen von der Redaktion des Zunehmenden Grenznutzens…

Was passiert eigentlich, wenn man den Lohn in einem Sektor anhebt, der nicht abwandern kann, in dem also die Nachfrage nach Arbeit vollkommen unelastisch wäre? Warum sollte man glauben, daß hier Arbeitslosigkeit entstehen wird? Wie sollte man denn mit Arbeitskräften, die in einem Billiglohnland arbeiten, unsere Straßen und Häuser sauber bekommen, in unseren Supermärkten kassieren, unsere Briefe verteilen, unsere Haare schneiden oder dergleichen?

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In der Höhle des Löwen: Professor Raffelhüschen im Neujahrsgespräch über Waldspaziergänge, Medien und die Hoffnung auf einen konstruktiven Umgang innerhalb der Fakultät

24. Januar 2008, 19:50:20

Das Interview führten Christian Schmidt und Johannes Vatter

ZG: Sehr geehrter Herr Professor Raffelhüschen, zunächst einmal vielen Dank, dass Sie zwischen der Bildzeitung und der FAZ noch eine Lücke für ein kurzfristiges Gespräch mit dem Zunehmenden Grenznutzen gefunden haben. Lassen Sie uns beginnen mit einem kleinen Ausflug in die Geschichte des 20. Jh. Was hat Sie bewogen Ökonom zu werden?

Raffelhüschen: Das war eine ganz komische Geschichte, denn eigentlich wollte ich in die Höhle des Löwen blicken. In den 70er Jahren, also der Zeit meiner Jugend, war ich doch, sagen wir mal, etwas links bewegt. Aber ich wollte mitreden können und musste feststellen: Der Löwe ist ganz überzeugend. (Weiterlesen »)

Warum wir mehr linke Ökonomen brauchen

16. Dezember 2007, 05:38:32

Von Matthias Weber

Während es in der Sonntagsfrage und bei der Beliebtheit der Politiker in den letzten Jahren Aufs und Abs gab, gab es bei sämtlichen Meinungsforschungsinstituten bei einer Frage immer das selbe Ergebnis. Auf die Frage, nach der wirtschaftlichen Kompetenz gibt die Mehrheit der Bürger an, die CDU wirtschaftlich für kompetenter zu halten als die SPD.

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Professor Vanberg über Hayek, soziale Gerechtigkeit und die Beatles

2. Dezember 2007, 22:14:30

Zunehmender Grenznutzen: Herr Professor Vanberg, als einer der erfahrensten Professoren unserer Fakultät haben Sie die Ehre einen ersten Beitrag für den „Zunehmenden Grenznutzen“ zu leisten. Wie geht es Ihnen heute Morgen?

Vanberg: Es kommt auf Ihren Maßstab für Erfahrung an. Mir geht es gut, danke.

ZG: Nun, Sie haben bereits an vielen Orten gearbeitet und gewirkt, in Mannheim, Berlin, in den Vereinigten Staaten, seit 1995 hier in Freiburg. Bevor Sie Ökonom wurden, haben Sie sich als Student aber mit der Soziologie auseinandergesetzt. Warum?

Vanberg: Zu meiner Schulzeit war ich eigentlich naturwissenschaftlich interessiert. Dann habe ich mich im Rahmen eines Referats mit Marx beschäftigt. Zwar konnte ich mich nicht nachhaltig für diese Ideen begeistern, aber mein Interesse an gesellschaftlichen Fragen war so sehr geweckt, dass ich mich dazu entschloss Soziologie zu studieren. Mein Lateinlehrer war sehr entsetzt als er von meiner Entscheidung erfuhr: „Herr Vanberg, studieren Sie doch nicht so ein absurdes Fach, studieren Sie etwas ordentliches, studieren Sie Latein!“ Ich bin seinem Ratschlag aber nicht gefolgt…

ZG: Wie kam es, dass Sie sich mit der Zeit den Wirtschaftswissenschaften angenähert haben?

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Wenn Zwei sich streiten, schweigt der Dritte…

2. Dezember 2007, 21:49:18

In der SZ-Serie „Schwarz-Rot-Grau / Altern in Deutschland“ erschien in der Wochenendausgabe vom 10. November ein Streitgespräch, in dem es hauptsächlich um die Zukunft der Pflegeversicherung ging. Die drei Kontrahenten Klaus Fussek (Sozialpädagoge), Norbert Blüm (Arbeitsminister im Ruhestand) und „unser“ Bernd Raffelhüschen lieferten sich dabei einen offenen Schlagabtausch, bei dem vor allem Blüm und Raffelhüschen sich zunächst nichts schenkten:

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